Alle wollen Geld. Aber kaum jemand weiss, wofür.

Fast jeder wünscht sich mehr Geld. Doch wenn ich Menschen frage, was sie damit im Kern ihres Lebens erschaffen würden, folgt meistens..
Ein schönes Haus. Ein gutes Auto. Mehr Ferien. Weniger arbeiten. Und ganz am Schluss folgt meistens noch: „Und natürlich Gesundheit.“
Ja, schon klar.
Aber sind wir wirklich so langweilig geworden?
Wir verbringen einen grossen Teil unseres Lebens mit Arbeit, weil wir irgendwann genug Geld haben möchten, um weniger arbeiten zu müssen. Doch sobald freie Zeit entsteht, wissen viele Menschen kaum etwas mit ihr anzufangen. Sie konsumieren etwas komfortabler. Sie essen, trinken oder schauen Serien. Dann fahren sie in die Ferien, damit sie an einem anderen Ort essen, trinken und herumliegen können.
Das ist mir gerade in den Ferien wieder besonders aufgefallen.
Was machen wir Menschen eigentlich aus dieser kostbaren freien Zeit? Wir sitzen am Pool, essen uns durch das Buffet, trinken Alkohol, machen kurz irgendeinen Wassersport und halten das Ganze mit dem Handy fest. Danach fliegen wir zurück nach Hause und arbeiten weiter, damit wir uns im nächsten Jahr wieder ein paar Tage leisten können, an denen wir erneut dasselbe tun.
Dafür arbeiten wir also unser ganzes Leben wie die Affen?
Für ein grösseres Haus, in dem wir weiterhin dieselben Gedanken denken? Für ein schöneres Auto, mit dem wir weiterhin dieselben Wege fahren? Für Ferien, in denen wir unseren Alltag an einen wärmeren Ort verlegen?
Viele Menschen wollen finanzielle Freiheit. Doch wenn sie plötzlich frei wären, wüssten sie gar nicht, was sie mit ihrem Leben anfangen sollen. Denn.. Geld ist kein Ziel. Geld ist ein Spiegel.
Geld zeigt dir, was du für wertvoll hältst. Es zeigt, wonach du dich sehnst, wovor du Angst hast und worüber du deinen eigenen Wert definierst. Und es zeigt, wie gross deine Vorstellung von deinem eigenen Leben überhaupt noch ist.
Geld ist eine kollektive Vereinbarung. Ein Symbol, mit dem wir Zugriff auf menschliche Zeit, Arbeit, Wissen, Rohstoffe und Möglichkeiten organisieren. In diesem Sinne bewegt Geld Energie. Es kann Ideen in Materie übersetzen und Räume entstehen lassen. Es ermöglicht Forschung, verbindet Menschen und kann ganze Systeme verändern.
Doch Geld erschafft keine Vision.
Es verstärkt nur das, was bereits da ist.
Wenn in dir eine Idee lebt, kann Geld ihr Raum geben. Wenn in dir Angst lebt, kann Geld dir mehr Kontrolle verschaffen. Wenn du dich innerlich leer fühlst, kannst du diese Leere mit Dingen überdecken. Das Haus wird dann grösser, das Auto vielleicht teurer und die Reise exklusiver. Nur der Mensch darin bleibt derselbe.
Deshalb jagen so viele Menschen dem Geld hinterher und erreichen doch nie das Gefühl, angekommen zu sein. Sie versuchen, mit einer äusseren Ressource etwas zu füllen, das im Inneren nach Bedeutung sucht. Doch ein inneres Loch lässt sich weder mit bedrucktem Papier noch mit Zahlen auf einem Konto schliessen.
Die Leere bekommt lediglich eine schönere Einrichtung.
Ich rede Geld damit überhaupt nicht schlecht. Im Gegenteil. Ich mag Geld. Ich stehe wenigstens dazu. Geld schafft Bewegungsräume, ermöglicht Freiheit und kann einen erheblichen Teil des alltäglichen Drucks auflösen. Es ist ein mächtiges Werkzeug. Doch ein Werkzeug erhält seinen Wert erst durch das Bewusstsein dessen, der es benutzt.
Als Kinder wollten wir entdecken, erfinden, schreiben, bauen, Tiere retten oder die Welt verändern. Dann lernten wir, vernünftig zu sein. Wir wählten einen Beruf, bezahlten Rechnungen und begannen, uns vom Leben gelegentlich etwas zu gönnen. Unsere ursprüngliche Vorstellungskraft schrumpfte langsam auf einen gesellschaftlich vorgegebenen Katalog zusammen:
Haus. Auto. Ferien.
Wir nennen das Freiheit.
Dabei ist es häufig nur die luxuriösere Version desselben Programms. Denn Geld kann dir ein Haus kaufen. Es kann dir Zeit verschaffen, Wege öffnen und beinahe jeden äusseren Wunsch erfüllen. Aber es kann dir keine Antwort darauf geben, wofür du eigentlich lebst.
Leaving WonD3rland 🪞💫


Kommentare