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Die Kriege und die Scheine

16. Apr.
3 Min. Lesezeit

Hast du dich schon mal gefragt, wer eigentlich wirklich verdient, wenn irgendwo auf der Welt Krieg ist?

Und nein - ich meine nicht die offensichtliche Antwort wie „Rüstungsfirmen“.

Viele von uns denken bei Krieg sofort an Bomben, an Verlust, an Chaos. Und ja, das stimmt auch.. aber es ist nur ein Teil der Realität.

Es gibt noch ein anderes System.

Eines, das nicht schreit, nicht raucht und auch nicht explodiert. Es macht etwas anderes… es kalkuliert.

Krieg wird in diesem System zu einem Ereignis. Zu einem Risiko, zu etwas, das man einordnen und bewerten kann.

Stell dir vor, ein Unternehmen baut in einem Land eine große Anlage. Vielleicht eine Fabrik oder ein Energieprojekt. Dieses Unternehmen weiss, dass nicht nur Feuer oder Wasser ein Problem sein können, sondern auch politische Unruhe, Aufstände oder im Extremfall Krieg. Also sichert es sich ab.

Jetzt kommen Versicherungen ins Spiel.

Ich habe selbst einmal in der Versicherungswelt gearbeitet. Etwas, das „hängen“ geblieben ist, waren die AVBs. In den Allgemeinen Versicherungsbedingungen entscheidet sich nämlich, was am Ende wirklich zählt. Es zählt nicht dein Gefühl… auch nicht die Schlagzeile zum verlorenen Ausweis. Nein. Es ist die Formulierung.

Risiken werden fein getrennt, definiert und eingeordnet. Ein Schaden durch Feuer gehört in eine andere Kategorie als ein Schaden durch Terror. Ein Terroranschlag wird anders behandelt als ein kriegerischer Akt. Ein nukleares Ereignis steht oft in einer eigenen Welt oder ist komplett ausgeschlossen. Das bedeutet, dass ein einziges Ereignis je nach Einordnung plötzlich in eine andere Schublade fällt und damit auch finanziell ganz anders behandelt wird.

Ein Beispiel.

Bei den Anschlägen vom 11.9 ging es um die Versicherung der Gebäude des World Trade Centers, die überraschenderweise kurz davor neu abgeschlossen wurde. Der Leasingnehmer war Larry Silverstein.

Der große Streitpunkt war, ob die Anschläge als ein Ereignis oder zwei Ereignisse gelten, weil zwei Flugzeuge eingeschlagen sind. Die Versicherung hatte eine Deckungssumme von rund 3,5 Milliarden Dollar pro Ereignis.

Am Ende gab es mehrere Gerichtsverfahren und unterschiedliche Bewertungen je nach Vertragspartner und Policen.

Das Ergebnis insgesamt war trotzdem ansehnlich. Die Auszahlung lag am Schluss bei ungefähr 4,5 Milliarden Dollar.

Ich meine… wir reden hier von Milliarden.

Und jetzt kommts.

Versicherungen tragen solche Risiken oft gar nicht alleine. Sie geben Teile davon weiter, an Rückversicherer.

Das sind große Unternehmen im Hintergrund, die genau dafür da sind, riesige Risiken aufzuteilen und zu verteilen, damit ein einzelnes Ereignis kein ganzes System zum Einsturz bringt.

Damit entsteht ein Netzwerk.

Ein Schaden trifft nicht einen, er verteilt sich. Gelder fließen über mehrere Ebenen, werden weitergereicht, neu bewertet, neu abgesichert. Für das System ist das stabil. Für den Außenstehenden bleibt es unsichtbar.

Wenn irgendwo Infrastruktur zerstört wird, beginnt dieser Prozess sofort. Schäden werden bewertet, Verträge geprüft, Gelder fließen, Wiederaufbau startet, neue Absicherungen entstehen. Für die einen ist es ein Ende, für andere der Beginn eines neuen wirtschaftlichen Zyklus… man könnte ihn ja „the great reset“ nennen.

Und wenn man noch einen Schritt weitergeht – landet man bei den großen Akteuren hinter diesen Systemen. Riesige Kapitalverwalter, Fonds, institutionelle Investoren, Netzwerke, die weltweit miteinander verbunden sind. Namen, die immer wieder auftauchen, egal wo man hinschaut. Genau dort, wo Risiken gebündelt und verteilt werden…

Jetzt wirkt das Ganze weniger wie ein einzelnes Ereignis und mehr wie ein Spielfeld.

Zwei Namen blitzen dabei auffällig oft auf: BlackRock und Vanguard Group. Sie tauchen immer wieder an denselben Schnittstellen auf, genau dort, wo Geld, Risiko und Entscheidungen zusammenlaufen. Deshalb haben sie meine volle Aufmerksamkeit – im nächsten Teil ;-)

Leaving WonD3rland 🪞💫

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