ÜBERLEBENSMODUS

TEIL 1
Die meisten Artikel bei Leaving WonD3rland entstehen durch mein direktes Erleben. Manches liegt Jahre zurück, manches habe ich bei anderen Menschen beobachtet und einige Texte entstehen genau dort, wo das Thema gerade lebendig ist. Mitten in einem Prozess. Oder mitten in einer Erkenntnis.
So wie heute.
Es ist ein Thema, das mich mein ganzes Leben begleitet. Gleichzeitig begegne ich ihm praktisch überall. In Beziehungen, Familien, Unternehmen, spirituellen Kreisen und Freundschaften. Je länger ich Menschen beobachte, desto mehr habe ich das Gefühl, dass wir über eine der stärksten Kräfte unseres Lebens kaum sprechen, obwohl sie ununterbrochen auf uns einwirkt.
Den Überlebensmodus.
In den letzten Monaten ist mir etwas aufgefallen. Eigentlich müsste ich sagen: Es wurde mir aufgezeigt.
Menschen, die mir nahestehen, haben immer wieder ähnliche Dinge gesagt. Du wirkst gestresst. Du bist schneller genervt als früher. Du strahlst weniger. Manchmal wirkst du, als wärst du ständig mit irgendetwas beschäftigt, selbst wenn gerade gar nichts passiert.
Natürlich könnte ich jetzt erklären, wie viel gerade läuft, wie viele Projekte gleichzeitig entstehen, wie viele Entscheidungen getroffen werden müssen und wie viele Baustellen es momentan gibt. Wahrscheinlich hätte ich für vieles sogar gute Argumente.
Das Problem war nur: Sie hatten recht.
Irgendwann musste ich aufhören, die Aussagen zu analysieren, und anfangen hinzuschauen. Denn unter all den Erklärungen lag eine einfache Wahrheit.
Ich befand mich im Überlebensmodus.
Das Interessante daran ist, dass dieser Zustand selten so aussieht, wie wir ihn uns vorstellen. Die meisten Menschen denken dabei an Panik, Angst oder sichtbare Überforderung. Tatsächlich kann ein Mensch im Überlebensmodus sehr produktiv wirken. Er kann arbeiten, organisieren, planen, Termine einhalten und nach außen völlig stabil erscheinen. Der Unterschied zeigt sich im Inneren.
Plötzlich fühlt sich jede neue Aufgabe größer an, als sie eigentlich ist. Unerwartete Veränderungen werden anstrengend. Das Gedankenkarussell dreht schneller. Die Fähigkeit, einfach nur dazusitzen und das Leben zu genießen, wird seltener. Irgendwo entsteht das Gefühl, ständig einen Schritt hinterher zu sein, obwohl man den ganzen Tag rennt. Das macht müde.
Als ich darüber nachdachte, stellte sich eine andere Frage.
Was bedeutet eigentlich ein stabiles Fundament?
Viele Menschen würden wahrscheinlich an Geld denken. Andere an Gesundheit, eine glückliche Beziehung oder ein sicheres Zuhause. All diese Dinge können Stabilität geben. Gleichzeitig kennen wir genügend Menschen mit viel Geld, die nachts kaum schlafen, Menschen mit perfekter Gesundheit, die ständig Angst haben, und Menschen in langjährigen Beziehungen, die innerlich niemals zur Ruhe kommen.
Offenbar muss das Fundament tiefer liegen. Und.. wenn so viele Menschen im Überlebensmodus leben, stellt sich mir die nächste Frage:
Woher kommt er eigentlich?
Leaving WonD3rland 🪞💫




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